Home LifeStyle Finanzüberblick für Einsteiger – was kostet eigentlich Dein Leben?

Finanzüberblick für Einsteiger – was kostet eigentlich Dein Leben?

Als Student/in machst Du Dir normalerweise noch keine großen Gedanken über Deine finanzielle Zukunftsplanung, eher über die monatlichen Ausgaben und eventuelle Möglichkeiten, den einen oder anderen Euro einzusparen. Richtig systematisch und zukunftsorientiert gehen die wenigsten Deiner Altersgenossen vor. Sich hiermit aber schon frühzeitig auseinanderzusetzen, bietet zahlreiche Vorteile und kann Dir langfristig Sorgen und Risiken ersparen. Mit den folgenden Tipps kannst Du ganz einfach auch mit einem geringen Budget für die Zukunft vorsorgen.

Das monatliche Budget eines Studierenden ergibt sich üblicherweise aus drei Quellen – einzeln oder auch in Kombination: BAföG, Unterstützung durch die Eltern und/ oder Nebenjobs. 2018 erhielten gerade mal knapp ein Fünftel aller Studierenden BAföG. Dagegen werden fast 4/5 der in Deutschland immatrikulierten Personen durch ihre Eltern unterstützt. Geht man davon aus, dass die Anzahl der an Unis, Hochschulen und Fachhochschulen eingeschriebenen Menschen, die älter als 40 Jahre alt sind, kontinuierlich ansteigt – und miteinbezieht, dass diese eher selten noch von ihren Eltern finanzielle Zuwendungen erhalten, erhöht sich der Anteil der jüngeren Studierenden mit elterlicher Finanzhilfe noch weiter.

68 Prozent der Studierenden jobben zudem bereits regelmäßig vor ihrem Bachelor- oder Master-Abschluss. In den monatlichen Verfügungsrahmen fließt – je nach Entscheidung der Eltern – oft auch direkt oder indirekt das Kindergeld mit ein, das bei einem Studium noch bis Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt wird.

Auf der einen Seite alles so koordinieren, dass Du für alle Deine Ausgaben aufkommen und trotzdem das Leben genießen kannst, ist oftmals schon Herausforderung genug. Nebenbei dann noch etwas für die Zukunft zurückzulegen klingt wie ein schlechter Witz. Doch keine Panik: In 99% der Fälle kann Jeder einen kleinen Betrag zurücklegen.

Um dir den Überblick über Deine Einnahmen und Ausgaben zu erleichtern, reicht es oftmals schon aus, Online-Banking zu nutzen (zu beantragen, falls Du dieses noch nicht nutzt). Hier erhältst Du eine Auflistung aller Deiner Kontoaktivitäten fast in Echtzeit. Aber auch weitere Apps und Maßnahmen können Dir dabei helfen, Deine Ausgaben besser zu überblicken.

Online-Banking

Ohne Online-Banking kommst Du im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr aus. Für einzelne Überweisungen oder Kontoauszüge zur Bankfiliale laufen zu müssen und sinnlose Ausdrucke zu horten, kostet nur Zeit, Geld und schadet der Umwelt. Obwohl sich die Onlinebanking-Funktionen der meisten Banken und Sparkassen sehr ähnlich sind, unterscheiden sich die Finanzinstitute in ihrer Nutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit sowie der Gebührentabelle deutlich. Extrem fix geht es mit reinen Online-Banken, die ausschließlich über Apps oder Webbrowser erreichbar sind. Hier werden Geldaus- und -eingänge teilweise sogar innerhalb von 10 Minuten gebucht, die Kontoführung ist oftmals komplett kostenlos, einige Anbieter mit BaFin-Lizenzen schreiben Dir sogar noch Zinsen oder Anteile gut.

Einnahmen-Ausgaben-Erfassung

Gratis und vergleichsweise einfach zu bedienen sind die Apps “Numbers” (für Macs) und “Google Docs Tabellen” (für Macs und PCs, da browserbasiert). Hier trägst Du in, von Dir individualisierbare Spalten, Deine Ein- und Ausgaben ein und erhältst mit einer einfachen Formel einen schnellen Überblick über Deine finanzielle Situation. Komfortabler und funktionsreicher sind natürlich spezialisierte Finanzmanagement-Apps, die dann aber auch eventuell Geld kosten können. Einer der Vorteile: Du kannst sie mit Deinem Online-Banking verbinden und Belege mehr oder weniger automatisiert erfassen. Für iOS und Android – sowie für den Web-Zugriff eignet sich MoneyControl  – die günstigste Version kostet gerade mal 4 Euro im Monat. “Zuper” kommt ziemlich intuitiv und hip daher und ist sowohl im Apple App Store als auch im Google Play Store kostenlos erhältlich.

Welche Versicherungen lohnen sich?

Krankenversicherung: In vielen Fällen sind Studierende bis zum Ende ihres 25. Lebensjahres mit über ihre Eltern beitragsfrei mitversichert. Danach kannst Du Dich – je nach Situation – pflichtversichern oder eine freiwillige bzw. private Krankenversicherung abschließen. Tatsächlich unterscheiden sich die verschiedenen Tarife erheblich. Nicht nur in Bezug auf den monatlichen Beitrag, sondern auch bezüglich der Zusatzleistungen. Privatversicherte zahlen am Anfang deutlich weniger, werden im Regelfall in Punkto Terminnähe und Wartezeit in Praxen bevorzugt, müssen aber im Alter dann ordentlich draufzahlen.  Kommst Du also in die Verlegenheit, Dich freiwillig, privat oder pflichtversichern zu lassen, solltest Du Dir über einschlägige Online-Vergleichsportale den für Dich passenden Anbieter heraussuchen und auch die Tarifentwicklung über die nächsten Jahrzehnte im Auge behalten. Unser Tipp: Checke vor einer endgültigen Entscheidung aber immer auch noch mal den Ruf des Versicherers, indem Du den Namen zusammen mit den Suchbegriffen “Kundenzufriedenheit”, “Ärger” oder “Empfehlung” eingibst. Manchmal lohnt es sich eben doch, ein paar Euros mehr zu berappen, und dann im Schadensfall weniger Stress zu haben.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Diese Versicherung tritt in dem Fall ein, wenn Du durch einen Unfall o.ä. nicht mehr dazu in der Lage bist, Deiner Arbeit nachzukommen. Besonders dann, wenn man später Kinder haben sollte, ist diese Versicherung im Fall der Fälle extrem hilfreich.

Das Abschließen in jungen Jahren ist hier noch am günstigsten, da das Risiko für eine Berufsunfähigkeit als am geringsten berechnet wird. Auch wird hier der Betrag im höheren Alter nicht enorm ansteigen, da Du eine lange Laufzeit der Versicherung hast.

Haftpflichtversicherung: Eine Haftpflichtversicherung sollte definitiv bei Deinen Versicherungen auftauchen. Sie kostet meist nur wenige Euro im Monat (3-4€). Abgedeckt sind dadurch Schäden an Dritten Personen. Laut Gesetzt ist nämlich jeder für den Schaden an anderen mit seinem gesamten Vermögen haftbar. Damit Du Dich für einen möglichen Fall nicht selbst zu Jahrelangen Schulden zwingst, solltest Du dringend das Geld investieren.

Wenn noch Budget da ist:

Unfallversicherung und Rentenversicherung abschließen! Laut Gesetz bist Du als Student zwar Unfallversichert, das gilt jedoch nicht für Unfälle in Deiner Freizeit. Solltest Du einen körperintensiven Sport betreiben, kann sich diese Versicherung definitiv auszahlen. Auch das frühzeitige Abschließen einer Rentenversicherung hilft Dir dabei, rechtzeitig Deine Altersvorsorge zu finanzieren.

Share:

You may also like

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *